Pioniertaten hoher Herrschaften
Die ersten Kapitel der AlpingeschichteDie ersten Kapitel der Alpingeschichte rings um den Großglockner schrieben geistliche Herren. Salm begleitete 1800 seine zweite Glockner-Expedition bis auf die Adlersruhe, sein Generalvikar Sigmund Graf von Hohenwart (später erster Bischof von Linz) überwand 1802 seine offen einbekannte Angst vor der luftigen Scharte zwischen Klein- und Großglockner und errang im Alter von 57 Jahren den heiß ersehnten Gipfelsieg.
Die nächste Generation bergsteigender Kleriker führt der Salzburger Kardinal Friedrich Fürst Schwarzenberg an, der in Salzburg Theologie studiert und einige Erstbesteigungen in den Kalkalpen unternommen hatte. Schwarzenberg wirkte später als Erzbischof von Prag. 1841 gelang ihm die waghalsige Erstbesteigung des Hohen Tenn (3.368 m) und anschließend noch die außerordentliche Leistung, von Ferleiten das Wiesbachhorn (3.564 m) über die 2.400 m hohe Ostflanke zu erklettern – an einem Tag hin und zurück.
Geistliche Herren lieferten auch später noch Bravourleistungen: Der Franziskaner Corbinian Steinberger schaffte 1851 im Alleingang "mit einem Seidel Wein und einem Stück Hausbrot versehen" die Glocknertour von Heiligenblut an einem Tag hin und zurück, der Heiligenbluter Pfarrer Franz Francisci 1953 die erste Besteigung im Winter.
Dann lenkten aber weltliche Herrschaften die Aufmerksamkeit auf die Glocknergruppe. Es begann 1856 mit dem „sein Kronland (Kärnten) hoch beglückenden Besuch seiner Majestät des Kaisers Franz Josef“ in Heiligenblut. Der 26-jährige Monarch wanderte in vier Stunden von Heiligenblut hinauf zu jener Geländestufe, die seither „Kaiser-Franz-Josefs-Höhe“ heißt. Seine kaiserliche Gemahlin „Sisi“ begnügte sich mit einem Ritt bis zu der poetisch nach ihr benannten „Elisabethruhe“.
