Ausstellung "Passheiligtum Hochtor"

Der Planer der Großglockner Hochalpenstraße Franz Wallack erwähnte immer wieder, dass seine Trasse auf weiten Teilen dem römischen Handelsweg folgt. Mit dem Fund einer bronzenen Römerstatuette des Herkules an der Südseite des Hochtortunnels (anlässlich der Bauarbeiten 1933) erhielt diese Annahme einen konkreten Beweis.

Nach jahrelangen wissenschaftlichen Disputen um die Echtheit dieses Fundes wurden in den Jahren 1992 -1995 umfangreiche Grabungen im Bereich des Überganges vorgenommen. Diese ergaben Bruchstücke (zumeist Hände und Fußteile) von über 20 Statuetten. 2009 wurde bei Grabarbeiten noch ein über 5 cm messender Fußteil einer ehemals 40 cm messenden Statuette gefunden. Die Funde enthielten auch über 200 keltische und römische Münzen, die als Opfergaben am Passheiligtum gespendet wurden und den Beweis für die Existenz eines Passheiligtums lieferten. Sie erzählen von der Dankbarkeit der Menschen, die unter vielen Gefahren dieses Hochgebirge überwanden.Funde eines goldenen Halsreifen im Bereich der Maschlalm, verschiedene Streufunde von Fibeln etc. aber auch bronzezeitliche Waffen lassen auf eine Handelsroute schließen, die bis weit in die Bronzezeit reicht.

Am höchsten Punkt der Durchzugsstraße, auf 2.504 m Seehöhe, wird dem Besucher eine weitere wetterunabhängige, nationalparkgerechte Attraktion geboten:

Wie hat das römische Passheiligtum am Hochtor wirklich ausgesehen?

Den Besuchern wird ein realer Eindruck vom Aussehen des keltisch-römischen Passheiligtums gegeben. Anhand wissenschaftlicher und vergleichender Studien der Bein- und Armfragmente von nahezu 30 Bronzestatuetten schloss man auf das Aussehen der Götterstatuetten.

Der 2011 aufgefundene und dort ausgestellte 5,5 cm messende Bronzefuß gehörte beispielsweise zu einer fast 50 cm großen Jupiterfigur. Weiters wurden keltische Kleinsilbermünzen sowie weitere Fragmente von Statuetten und römische Eisenbarren (alte Handelsware) gefunden.

Die neue Ausstellung „Passheiligtum Hochtor“ ist eine Zeitreise durch die Jahrtausende, in der der Glocknerübergang die kürzeste Handelsroute zwischen Deutschland im Norden und dem Welthandelszentrum Venedig im Süden darstellte. Sie erzählt auch von der Suche nach dem Rohstoff Bergkristall und von den Goldbergwerken entlang der Straße. Vor knapp 500 Jahren brachten rund 3.500 Bergleute aus der Region fast 10 Prozent der damaligen weltweiten Goldproduktion zu Tage!

Mittelalterliche Stoffe und Schuhe, Goldgräberwerkzeuge und die Reste eines Goldgräbers samt Münzen und Beifunde, der um 1792 in einer Gletscherspalte ums Leben kam, geben Eindrücke aus der Zeit der Schatzgräber. Eine 8m lange Sklavenkette erinnert an den Menschenhandel über den Pass, um Venedig mit Galeerenruderer zu versorgen.

Direkt neben der neuen Ausstellung wurde ein Zubau errichtet, der den Souvenir-Shop und einen großzügigen Gastrobereich beherbergt.
Gestaltung und wissenschaftliche Aufbereitung der Ausstellung erfolgte durch Herrn Univ.-Doz. Dr. Paul Gleirscher (Landesmuseum Kärnten) und Herrn Dr. Georg Kandutsch (Arriach).