Herbst am Großglockner: Warum sich ein Besuch jetzt besonders lohnt
Artikel vom 15.09.2026Im September und Oktober zeigt sich die Großglockner Hochalpenstraße von einer besonders klaren Seite. Die Luft wird klarer, die Fernsicht weiter, und die Landschaft entlang der 48 Kilometer und 36 Kehren wechselt sichtbar ihre Farben – von goldgelben Lärchenwäldern weiter unten bis zum kargen, steinigen Grau nahe der Passhöhe.
Auch die Tierwelt zeigt sich im Herbst von einer besonderen Seite: Die Steinböcke oberhalb der Beobachtungswarte „Nationalpark Kristall Großglockner“ lassen sich ganzjährig beobachten, und mit etwas Glück zeigt sich sogar ein Steinadler am Himmel. Drei Fragen stellen sich dabei die meisten Gäste: Wie lässt sich diese Jahreszeit am besten nutzen, welche kurzen Wanderungen lohnen sich, und was zieht man dafür am besten an?
5 Tage Großglockner: So nutzt man das Herbstticket optimal
Vom 15. September bis 31. Oktober 2026 gibt es das Herbstticket: fünf aufeinanderfolgende Tage für PKW um € 65,–, für E-PKW und Motorrad um € 58,–. Es ist kennzeichengebunden und ausschließlich direkt an den Kassenstellen in Ferleiten oder Heiligenblut erhältlich, ein Online-Kauf ist für dieses Ticket nicht vorgesehen. An jedem der fünf Tage kann die Straße neu befahren werden, ohne erneut ein Tagesticket lösen zu müssen.
Fünf Tage bieten genug Zeit, um Wanderungen, Ausstellungen und Aussichtspunkte sinnvoll aufzuteilen, statt alles an einem einzigen Tag unterzubringen: ein Tag für einen ersten Überblick über die Straße, ein Tag für eine der kurzen Wanderungen, ein Tag für die Ausstellungen wie den neuen „Erlebnisraum Glocknerwiesen“ oder die Automobilausstellung auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, ein Tag für Naturbeobachtung an der Beobachtungswarte und ein letzter Tag für den persönlichen Lieblingsplatz der vorangegangenen Tage.
Für die Tourenplanung gibt es während des Aktionszeitraums außerdem den Rother Wanderführer „Wandern an der Großglockner Hochalpenstraße“ zum Sonderpreis von € 15,– statt € 19,50, erhältlich an den Kassenstellen, in den Großglockner-Shops und im Online-Shop.
Die schönsten kurzen Wanderungen für den Herbst
Fast alle kurzen Wanderungen entlang der Straße sind in einer knappen halben Stunde zu bewältigen und starten direkt an den Parkplätzen. Der Naturkunde-Rundwanderweg am Piffkar (1.620 m) vermittelt in rund 30 Minuten Wissenswertes über Vegetation und Waldvögel im Bereich der Waldgrenze. Der Rundweg um die Fuscher Lacke (2.262 m) führt an einem kleinen Gebirgssee vorbei, mit Blick auf schroffe Felsabbrüche und hinunter ins Rauriser Tal – im Straßenwärterhäuschen direkt am Weg zeigt die Ausstellung „Bau der Straße“, wie die Hochalpenstraße einst entstand.
Wer höher hinaus möchte, geht vom Restaurant Fuschertörl in etwa 30 Minuten auf die Edelweiß-Spitze, mit 2.571 Metern der höchste Punkt der Straße, mit Panoramablick vom Zeller See über die gesamte Glocknerwelt. Am Hochtor überquert der Lehrwanderweg „Kelten-, Säumer- und Römerweg“ in rund 30 Minuten die Passhöhe auf einem uralten Pfad, den Menschen schon seit dreieinhalb Jahrtausenden nutzen. Auf der Kärntner Seite führt bei Schöneck (1.953 m) ein kurzer botanischer Rundwanderweg durch die artenreichen Pockhorner Wiesen.
Auch bei kurzen Wegen gehören festes Schuhwerk und eine warme Zwischenschicht in den Rucksack, da es auf über 2.000 Metern deutlich kühler ist als im Tal, und da die Wege teilweise durch Almgebiet führen, ist mit freilaufendem Weidevieh zu rechnen.
Was ziehe ich am Großglockner im Herbst an? Packliste für September und Oktober
Im Tal kann es im September und Oktober noch angenehm mild sein, während es auf der Passhöhe – 2.504 Meter am Hochtor, 2.571 Meter an der Edelweiß-Spitze – bereits deutlich kühler und windiger ist. Am besten bewährt sich ein Schichtsystem und wenn möglich eine wasserdichte Jacke.
Festes, möglichst wasserdichtes Schuhwerk empfiehlt sich auch bei kurzen Spaziergängen, da Herbstmorgen häufig Tau oder erste leichte Fröste auf den Bergwiesen mit sich bringen. Mütze und Handschuhe gehören an windigen Aussichtspunkten wie der Edelweiß-Spitze oder dem Hochtor in jede Tasche, ebenso Sonnenbrille und Sonnencreme, denn die UV-Strahlung ist in großer Höhe trotz kühler Temperaturen weiterhin hoch.
Vor der Abfahrt prüfen
Ab 1. September ist die Großglockner Hochalpenstraße täglich von 6:00 bis 19:30 Uhr geöffnet, letzte Einfahrt um 18:45 Uhr. Die Webcams zeigen die aktuellen Bedingungen an mehreren Standorten. Da sich die Bedingungen auf der Passhöhe rasch ändern können, lohnt sich vor der Fahrt ein Blick auf die Startseite www.grossglockner.at, wo die aktuelle Befahrbarkeit der Straße übersichtlich dargestellt ist. Da die Öffnungszeiten der Ausstellungen von jenen der Straße abweichen, lohnt sich vor der Fahrt ein Blick auf die aktuellen Zeiten. Die Saison endet je nach Witterung Anfang November – bis dahin bleibt aber noch reichlich Zeit für einen Herbstbesuch.
Klare Fernsicht, eine Tierwelt im Wandel, fünf Tage Zeit mit dem Herbstticket, kurze Wanderungen direkt an der Straße und die richtige Kleidung für zwei Jahreszeiten gleichzeitig: Der Herbst zeigt die Großglockner Hochalpenstraße von ihrer eigenständigsten Seite.