Die Großglockner Hochalpenstraße und die Radfahrer – eine Sommerloch-Geschichte voller Missverständnisse

Artikel vom 28.07.2025

Einige Medien berichteten, Radfahrer sollten die Großglockner Hochalpenstraße „nur noch zu Tagesrandzeiten“ nutzen. Was für Aufregung in der Rad-Community sorgte, basiert auf einem Missverständnis. Was wirklich hinter der Meldung steckt: Wir fragten bei Johannes Hörl nach, Vorstand der Großglockner Hochalpenstraßen AG.

Herr Hörl, sollen Radfahrerinnen und Radfahrer die Großglockner Hochalpenstraße wirklich nur noch zu Tagesrandzeiten nutzen?
Nein, natürlich kann die Straße grundsätzlich von jedem Radler zu jeder Tageszeit befahren werden, wir machen da keine Vorschriften.


Aber es wäre ihnen lieber, die Radfahrerinnen und Radfahrer kämen zeitig in der Früh und am späteren Nachmittag?
Derzeit fahren 80 Prozent der Radler zur Hauptverkehrszeit. Wir weisen aus Sicherheitsgründen darauf hin, dass es sich um eine Hochgebirgsstraße handelt, keine Radwege vorhanden sind sowie die Unfälle mit Radfahrer-Beteilung signifikanten angestiegen sind. Eine Entflechtung für alle Verkehrsteilnehmenden ist daher von Vorteil. An den Tagesrändern ist das Verkehrsaufkommen bedeutend geringer. Wer die Wahl hat, vermeidet am besten die „Stoßzeiten“. Das erhöht die Sicherheit und ermöglicht auch ein intensiveres Naturerlebnis. Daher ist das unsere Empfehlung vermehrt die Tagesrandzeiten zu nutzen.


Was ist aus Ihrer Sicht die ideale Zeit, um die Großglockner Hochalpenstraße mit dem Rad zu erleben?
Eine Abfahrt im Tal in der Früh zwischen 6:00 und 7:00 Uhr, spätestens bis 8:00 Uhr, ist eine gute Zeit. Und am Nachmittag ab 15:00 Uhr, da ist auf der Straße schon deutlich weniger los. 


Können Sie verstehen, wenn die Rad-Community sich benachteiligt fühlt, dass wegen des hohen Verkehrsaufkommens gerade sie zurückstecken soll?
Es handelt sich wie gesagt um eine Empfehlung. Im Endeffekt geht es darum, dass alle Verkehrsteilnehmenden das Hochgebirgserlebnis Großglockner Hochalpenstraße bestmöglich und sicher genießen können. Deswegen haben wir eine Kooperation mit der Exekutive sowie auch Maßnahmen in Bezug auf den motorisierten Verkehr gesetzt: Tempo-70-Beschränkung, zusätzliche Radargeräte und eine Fahr-langsam-Kampagne mit Polizei und ÖAMTC eingeführt.

 
Wie kommt die Message über die idealen Auffahrtszeiten in die Biking-Community?
Wir verbreiten die Info unsere Website und soziale Medien. Am effektivsten ist die direkte Kommunikation vor Ort. Wir sind daher dankbar über die Unterstützung von touristischen Partnern und Beherbergungsbetrieben in der Region, die ihre radfahrenden Gäste aktiv darüber informieren, verstärkt auch die Tagesrandzeiten zu nutzen.