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Saftige Wiese mit Alpenrosen

Fototipps für Naturfotografen am Großglockner

Artikel vom 5. Juli 2014

Michael Größinger ist Fotograf aus Leidenschaft – und hat seine Passion zum Beruf gemacht. Der Profi erzählt im Interview, wie man auch als Laie und Hobbyfotograf das Panorama und die vielen Details entlang der Großglockner Hochalpenstraße einfängt.
Steinbock vor dem Grossglockner
Murmeltier unter der Schneedecke
Wie lange befasst du dich schon mit dem Thema Fotografie?
Ich beschäftige mich seit sieben Jahren mit der Fotografie und bereits seit zwölf Jahren mit dem Filmen. Dort habe ich meine Wurzeln und beziehe mein technisches Wissen vorwiegend aus diesem Bereich. Ihren Ursprung nahm meine Begeisterung für die Materie mit meinem Hobby, dem Skateboarden: Ich wollte festhalten, was in der Szene geschieht und was Freunde auf ihren Boards zeigen.


Welche Technik benutzt du und was würdest du dem Einsteiger empfehlen, der ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis erzielen möchte?
Ich benutze eine digitale Spiegelreflexkamera und fotografiere hobbymäßig auch analog. Einem Anfänger würde ich ebenfalls eine digitale Spiegelreflex empfehlen – im Preissegment von 300-600 Euro, inklusive Objektiv. Die wichtigsten Elemente einer ersten Grundausstattung sind aber sicher eine ordentliche Portion Motivation und eine Menge Geduld! (lacht)


Was sind typische Laienfehler, die dir bei Fotos oft auffallen?
Großteils werden die Bilder einfach aus faden Blickwinkeln heraus geschossen – meistens wird einfach in Kopfhöhe abgedrückt. Dadurch entstehen Bilder, die sehr „gewohnte“ Ansichten bieten und daher keinen besonderen Eindruck hinterlassen. Auch der Bildaufbau wird oft unvorteilhaft gestaltet.
Ein Steinadler auf einer Wiese vor dem Großglockner
Steinadler am Großglockner
Wie kann man diese Fehler am einfachsten beheben und seine Fotos leicht aufwerten?
Sich bewegen, verschiedene Perspektiven probieren und nichts unversucht lassen! Man muss sich im Vorfeld überlegen, was für das jeweilige Motiv am besten passt. Ich liege zum Beispiel sehr viel am Boden herum und teile meine Bilder in verschiedene Ebenen auf!


Was gibt es zur Foto-Nachbearbeitung zu sagen – gibt es auch hier ganz einfache Kniffe, wie man die Fotos verbessern kann?
Beim Nachbearbeiten wird oft übertrieben. Beim Kontrast sollte man sich an den dunkelsten und hellsten Stellen im Bild orientieren – auch dort sollten Farbinformationen erhalten bleiben. Einfacher gesagt: Schwarze Stellen sollten nicht komplett absaufen, helle Stellen hingegen nicht überbelichtet sein.

Als Software empfehle ich Adobe Lightroom: Es ist einfach und preisgünstig. Bestenfalls kennt man jemanden, der damit arbeitet und einem die wichtigsten Basics kurz erklären kann, dann stehen einem schnell neue Türen offen!


Auf der Großglockner Hochalpenstraße sind sowohl Panorama- als auch Detailfotos ein Thema. Welche Objektive würdest du wofür empfehlen?
Ich würde auf jeden Fall ein Weitwinkel- und ein Teleobjektiv einpacken. Weitwinkel ganz klar für die Landschaften und ein Tele natürlich für die Tierwelt. Für Pflanzen und ähnliches wäre auch ein Makro Objektiv sehr hilfreich – das Angebot an Motiven ist entlang der Großglockner Hochalpenstraßen ja wirklich endlos!
Belichtungsdauer, Brennweite und ISO stellen unerfahrene Fotografen oft vor eine Herausforderung. Welche Grundeinstellungen würdest du für Panoramaaufnahmen in etwa empfehlen?
ISO und Blende würde ich eigentlich immer gleich lassen – ob bei Sonnenschein oder bei Wolken: Die Blende auf acht, um alles scharf zu bekommen und die ISO auf 100, für ein komplett rauschfreies Bild. Den Rest regelt man dann einfach nur noch über die Verschlusszeit.

Diese wird sich – je nach äußeren Umständen, Motiv etc. – zwischen 1/200 und 1/1000 sec bewegen. Vor allem bei schönem Wetter bekommt man so garantiert immer schöne Bilder. Sollte jemand beispielsweise planen, Aufnahmen von Wasserfällen zu machen, empfehle ich einen Graufilter einzupacken. Denn um das Wasser „verschwommen“ und die Umgebung scharf zu bekommen, muss etwas länger belichtet werden.


Worauf sollte man bei der Motivwahl und bei der Wahl des Bildausschnittes besonderen Wert legen?
Ein bewährtes System ist die Drittelteilung des Bildes. Horizontal eingezogene Trennlinien gliedern das Bild in vorderen, mittleren und hinteren Bereich – zum Beispiel von unten nach oben verlaufend. Senkrecht bilden sie Orientierungspunkte für die Positionierung eines Motivs im Bild.

Wird ein Objekt rechts ins Bild gesetzt, vermittelt das etwas zukunftsorientiert, positives. Lässt man es nach links aus dem Bild wandern, vermittelt das etwas eher vergangenes, negatives. Ein Motorradfahrer, der im Bild nach rechts fährt, schafft etwa eine positive, motivierende Bildsprache – fährt er nach links, wirkt das rückläufig.
Begeisterter Naturfotograf Michael Grössinger
Naturfotograf Michael Grössinger
Gibt es auch spezielle Tipps, wenn man ein Tier fotografieren will, das sich bewegt – etwa einen Steinbock oder ein Murmeltier?
Ruhig sein und sich viel Zeit nehmen! Am besten ist es, so bald wie möglich aufzubrechen – also zwischen 6:00 und 9:00 Uhr, da man zu dieser Tageszeit das beste Licht zur Verfügung hat. Zur Mittagszeit knallt die Sonne zu sehr auf alles und die Bilder brennen schnell aus. Besser wird das erst wieder in den Abendstunden, ca. von 19:00 bis 21:00 Uhr.


Menschen, Tiere, Pflanzen, Landschaften, Gebäude – es gibt unzählige Motive. Was fotografierst du selbst am liebsten bzw. findest du selbst am spannendsten?
Ich fotografiere am liebsten Menschen und versuche immer, ihren Charakter so herüber zu bringen, wie diese Menschen wirklich sind. Denn das verleiht einem Bild den einzigartigen Ausdruck!
Artikel vom 5. Juli 2014
Kategorie: Natur & Bewegung