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Ausstellung Biwak Alpenliebe

Die Frauen auf dem Großglockner – erstmals gewürdigt!

Artikel vom 6. Juli 2019

Am 6. Juli 2019 wurde auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe die neue Ausstellung „Berg, die (Substantiv, feminin) – Frauen im Aufstieg“ eröffnet. 300 Ehrengäste waren mit dabei. Unter den prominenten Gästen befand sich die Ausnahme-Alpinistin Gerlinde Kaltenbrunner, die als erste Frau der Welt alle Achttausender ohne zusätzlichen Sauerstoff bewältigt hat. Im Gespräch mit Berglegende Sepp Forcher erinnerte sie an die Leistungen ihrer Vorgängerinnen: „Damals, vor 150 Jahren, als eine Frau ausschließlich eine gute Ehefrau und Mutter zu sein hatte, haben einige unerschrockene Pionierinnen mit ihrer Tapferkeit und ihrer enormen Beharrlichkeit andere Frauen ermutigt, ihren eigenen Weg zu gehen.“
 

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Zur Ausstellung

Zu Beginn der Ausstellung geht es um die Frage, ob es damals überhaupt Frauen in den Bergen gab. Und ja, die gab es durchaus! Allerdings handelte es sich bei den ersten Alpinpionierinnen beinahe ausschließlich um privilegierte Frauen aus aristokratischen und großbürgerlichen Kreisen – Frauen wie Kaiserin Elisabeth, Hortense de Beauharnais oder Marie von Preußen wurden zu prominenten Vorbildern. Die alpine Bevölkerung dagegen hatte zu dieser Zeit wenig Verständnis für die Abenteuer dieser wohlhabenden Damen, die in nobler Bekleidung mit Rock, Bluse und Hut in die Berge gingen. Denn für viele einheimische Frauen war das Begehen der Berge ganz alltäg­lich. Sie verdienten ihren Lebensunterhalt als Sennerin, als Botin, als Schmugglerin oder als Ehefrau eines Bergführers oder Hüttenwirt. So manche wurde dabei als Lastenträgerin ungewollt zur Erstbesteigerin – aber diese Leistungen wurden natürlich nicht dokumentiert und diese Frauen bleiben bis heute unerkannt und unbekannt.
 
Neue Dauerausstellung Frauen im Aufstieg - 150 Jahre Erstbesteigung Großglockner
Ausstellung Frauen im Aufstieg
Dauerausstellung Frauen am Berg - 150 Jahre Erstbesteigung Großglockner
Ein weiterer Abschnitt der Ausstellung widmet sich ebenjenen Frauen – von gekrönt und adelig über bürgerlich und wohlhabend bis hin zu einheimisch und arm – die als Pionierinnen des Alpinismus gelten. Angefangen bei der Magd bzw. Kellnerin Marie Paradis, die 1808 überredet worden sein soll, auf den Mont Blanc zu steigen bis hin zu den Französinnen, Britinnen oder Amerikanerinnen, die aus den starren Konventionen ihrer Zeit ausbrachen und begannen, die Berge an der Seite ihre Ehemänner, aber auch durchaus allein, zu erobern. Oft nehmen diese Pionierinnen auch in gesellschaftlicher Hinsicht eine Vorreiterrolle ein: Sei es als Kämpferinnen für das Frauenwahl­recht, als Gründerin von sozialen Einrichtungen oder als Autorinnen in Zeit­schriften.

Vielen Bergsteigerinnen wurde früher vorgeworfen, sie seien unfähig zu wahrer Freundschaft und Kameradschaft und daher nicht in der Lage, alpine Leistungen zu vollbringen. Auch heute noch haben sowohl Frauen aber auch Männer in den unterschiedlichsten Lebensbereichen mit Vorurteilen zu kämpfen. An einer interaktiven Station können die Besucherinnen und Besucher unter dem Motto „Schlag das Vorurteil!“ anhand verschiedener Fragen herausfinden, wie es denn so um die eigenen Vorurteile bestellt ist. Man darf auf die Ergebnisse gespannt sein!
 
Artikel vom 6. Juli 2019
Kategorie: Ausstellungen