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Erlebniswelt Kaiser-Franz-Josefs-Höhe

„Schneeschaufeln“ am Großglockner

Artikel vom 22. April 2014

Peter Embacher ist Chef jener Trupps, die sich jedes Frühjahr den Weg durch die Schneemassen am Großglockner bahnen. Er kennt die Strecke wie kaum ein anderer. Im Interview erzählt er von den schönen und respekteinflößenden Momenten bei der Schneeräumung und verrät, wie er den jährlichen Durchstich erlebt.


Wie sieht Ihr Arbeitstag momentan aus – wann startet ihr Team und wie lange sind Sie unterwegs?
Wir starten gegen sieben Uhr morgens und sind dann rund 8,5 Stunden unterwegs – inklusive einer kleinen Mittagspause. Das Ganze hat irgendwie den Charakter einer großen Baustelle mit ganz besonderen Eigenschaften:

Ist das Wetter schön, ist es ein traumhafter Arbeitsplatz. Wenn das Wetter aber nicht mitspielt, kann es ganz schön ungemütlich werden. Sowas wirkt sich am Berg natürlich viel mehr aus!
Schneeräumung am Großglockner
Schneeräumung mit Traktor
Gab es schon brenzlige Situationen, mit denen Sie zu tun hatten und bleiben die Maschinen manchmal stecken?
Ja sowas gibt es natürlich immer mal wieder – dass eine Maschine einsinkt, nicht mehr weiterkommt und man sie freischaufeln muss. Auch mit kleineren Lawinen haben wir immer wieder zu tun. Ein großes, unvorhergesehenes Schneebrett im direkten Umfeld der Räumungsarbeiten hab ich in meiner Karriere aber Gott sei Dank erst einmal erlebt. Dabei kam glücklicherweise kein Mensch und auch keine Maschine zu Schaden.

Beide Teams (Anm.: Die Hochalpenstraße wird von der Nord- und Südseite geräumt) werden von eigenen Absicherungsteams mit erfahrenen Bergführern begleitet. Diese kennen den Schnee genau, beobachten ihn ständig und sagen uns, wo Lawinengefahr herrscht. Diese Lawinen werden dann entweder zuerst mit Skiern losgetreten oder fallweise auch gesprengt.


Gab es auch besonders beeindruckende Momente im Zuge der Schneeräumung?
Früher – das heißt bis vor ca. 20 Jahren – gab es oft ganz besondere Erlebnisse. Da haben wir während der Arbeiten noch oben geschlafen. Dort, wo jetzt das Haus Alpine Naturschau steht.

Das war dann schon beeindruckend, wenn wir zwischen meterhohen Schneewänden in der Baracke gekocht haben und draußen die Sonne hinter den Bergen verschwunden ist.

Manchmal konnten wir dann zusehen, wie draußen der Schneestand wieder massiv ansteigt. Da war man dann auch gleich mal eingeschneit und musste morgens zuerst zur Schaufel greifen, um überhaupt weitermachen zu können. Eine Woche sind wir da immer oben geblieben. Mittlerweile fahren wir abends Heim zu unseren eigenen Betten – ist ja auch viel gemütlicher! (lacht)
Schneeräumung entlang der Straße
Schneeräumung in den Anfangsjahren
Wie laufen die Vorbereitungen für die Schneeräumung ab, wie lange davor beginnt die Planung?
Wir verbringen eigentlich den gesamten Winter mit der Wartung der Geräte, um sie wieder startklar zu machen. Mit der Planung beginne ich etwa im Februar, weil da schon absehbar ist, mit welchen Schneehöhen wir es in etwa zu tun haben werden. Auch die Lawinengefahr und die Größe der Lawinenfelder lässt sich dann schon einschätzen. Aber da gibt es natürlich immer noch ganz viele Variablen, die sich ändern können.

Dann beginnt eine ganz besondere Phase: Viele Firmen testen verschiedene Motoren, Getriebe und andere Entwicklungen auf der verschneiten Straße – was wir natürlich gerne unterstützen.


Was sind die schwierigsten Passagen bei der Räumung?
Besonders heikel ist es zum Beispiel immer in der Bärenschlucht. Dort gibt es jedes Jahr einen Haufen Lawinen. Spannend sind auch immer wieder die großen Schneemengen auf dem Abschnitt zwischen Fuscher Törl und Hochtor – hier erwarten uns meist besondere Bedingungen.
Wie erlebt man als Beteiligter den Durchstich?
Der Durchstich ist das wichtigste vom Jahr, sage ich immer. Wenn der nicht erfolgt, können wir die Straße nicht freigeben. Der Moment selbst ist ein ganz besonderes Highlight: Kärntner und Salzburger kommen zusammen, Kollegen, die sich teilweise den gesamten Winter über nicht gesehen haben treffen sich.

Dann werden gleich Erfahrungen ausgetauscht, wie es heuer gelaufen ist, was die Maschinen gemacht haben, welche Sachen in der Wartung getan werden mussten, was man im Laufe der Räumung erlebt hat und so weiter. Auch die Chefs und die Presse sind dann anwesend, das verleiht dem Ganzen zusätzlich einen speziellen Rahmen.
Artikel vom 22. April 2014
Kategorie: Erlebniswelt