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SERPENTINE - A TOUCH OF HEAVEN (AND HELL): Temporäre Kunstinterventionen an der Großglockner Hochalpenstraße

21 August 2020

21.8.2020

SERPENTINE - A TOUCH OF HEAVEN (AND HELL): Temporäre Kunstinterventionen an der Großglockner Hochalpenstraße

Salzburg (OTS) - Die Großglockner Hochalpenstraße, die Königin der Panoramastraßen, bietet ihren Besuchern unvergleichliche Ausblicke und Erlebnisse und ist gleichzeitig ein einzigartiges Denkmal österreichischer Straßenbaukunst. Doch ab sofort ist die Straße um eine Facette reicher: Unter dem Titel „Serpentine – A touch of heaven (and hell)“ werden fünf künstlerische Interventionen bis November 2022 neue Blickwinkel entlang der Hochalpenstraße eröffnen. Das Projekt geht (erstmalig) auf eine bundesländerübergreifende Initiative zurück: Wie die Straße, so verbindet das Kunst-Projekt zwei Bundesländer.

In einem Kuratoren-Wettbewerb, der im Jahr 2019 vom Fachausschuss des Fonds für Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum des Landes Salzburg, von der Abteilung 9: Straßen und Brücken, von der Abteilung 14: Kunst und Kultur des Landes Kärnten sowie von der Großglockner Hochalpenstraßen AG, ausgeschrieben und durchgeführt wurde, wurde aus fünf Einreichungen das temporäre Kunstprojekt des Künstlers, Kurators und Kulturwissenschaftlers Michael Zinganel einstimmig ausgewählt.

Ausstellungs-Kurator Michael Zinganel erläutert seinen Zugang: „Die Straßenführung der Großglockner Hochalpenstraße inszeniert die Landschaft: sie führt in endlosen Mäandern (Kehren oder Serpetinen) durch Höhen und Tiefen, über Kuppen und vorbei an steilen Abhängen und bietet den mobilisierten Besuchern überwältigende ästhetische Sensationen, gegen es Kunstwerke schwer haben, eine erhöhte Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen. Es erschien uns unsinnig sich mit völlig unangemessenen monumentalen Dimensionen gegen diese Landschaft zu stellen – oder gegen die Automobile als Medien der Landschaftserfahrung. Richtiger erschien es uns mit den gegebenen Elementen zu arbeiten:“

Die Ölbilder von Anna Meyer schließen an die Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts an, die maßgeblich dazu beigetragen hat den vormaligen Angstraum Alpen in eine „Must see“-Destination für den aufkommenden Berg-Tourismus zu verwandeln. Die Künstlerin dreht die idealisierten Darstellungen jedoch in dunkle Gegenbilder einer schwer erkrankten Bergwelt um. Thomas Hörl [1] & Peter Kozek schreiben sich mit ihren performativen Inszenierungen in historische und aktuelle Rituale ein, entnehmen Skripts und Ausstattung aus Szenen der Geschichte des historischen Säumerpfades ebenso wie aus der Gegenwart der Straßenpflege und Schneeräumung. Ralo Mayer verarbeitet grafische Versatzstücke aus der Geschichte der Straße zu kleinteiligen Mustern für Folien von Autokarosserie-Teilen sogenannter „Erlkönige“. Das sind Prototypen von neuen Modellen namhafter Auto-Hersteller, die durch eigenartige Muster unkenntlich gemacht diese hochalpine Straße zu Testzwecken nutzen. Der Bildhauer Hannes Zebedin greift mit marginalen Mitteln in das Hintergrundbild der alpinen Erlebnislandschaft ein. Er untersucht mit unterschiedlichen Markierungen die fließende Grenze zwischen Natur- und Kulturlandschaft die er in der Höhenzone zwischen den hier weidenden Schafherden und den Lawinenverbauungen findet. Iris Andraschek und Hubert Lobnig stellen gebrauchte Autos entlang der Straße ab, die durch den spezifischen Standort und die liebevolle individuelle Gestaltung ihres Innen- und Außenraums Einblicke in Welten eröffnen, die die Künstlerin und der Künstler in der touristischen Erlebniswelt als verdrängt empfinden.

Weitere Zitate: „In einer kunstbezogenen Liaison haben sich die Partner Land Kärnten, Land Salzburg und die Großglockner Hochalpenstraßen AG zu diesem besonderen und herausfordernden Vorhaben zeitgenössischer Kunst verständigt. Dem Bundesland Kärnten ist nach einem entsprechenden Kultur-Schwerpunktjahr und der nachfolgend intensiven Ausformung des Themas „Kunst im öffentlichen Raum“ die Mitwirkung an diesem Projekt ein besonderes Anliegen. Vor wenigen Tagen noch war Kärnten mit seinem Jubiläumsjahr CARINTHIja 2020 und der Mobilen Ausstellung in Form einer architektonischen Landmark zu Gast auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und setzt nunmehr den Dialog rund um den höchsten Berg Österreichs mit dem temporären Kunstprojekt „Serpentine“ gerne fort.“ so Landeshauptmann und Kulturreferent Peter Kaiser (Land Kärnten)

Landeshauptmann-Stellvertreter, Kulturreferent Heinrich Schellhorn (Land Salzburg): „Mit Kunst am Bau-Projekten wie diesem wollen wir Menschen an ungewöhnlichen Orten mit zeitgenössischer Kunst erreichen, überraschen oder auch konfrontieren. Gerade in Zeiten wie diesen ist Kunst, die unmittelbar und ohne Hürden für das Publikum erreichbar ist, besonders wichtig. Ich freue mich auf die außergewöhnlichen Kunstinterventionen an der Großglockner Hochalpenstraße.“

„Straßen verbinden Regionen, verbinden Menschen. Die Großglockner Hochalpenstraße verbindet Kärnten mit Salzburg in einer beeindruckenden Hochgebirgslandschaft, und ist damit eine der größten technischen Meisterleistungen, die in Österreich je geschaffen wurden. Sie ist Grundlage für den Tourismus im Gebiet und schafft damit immense Wertschöpfung in Oberkärnten und Salzburg. Als Straßenbaureferent freue ich mich daher ganz besonders, dass mit der Kunstinstallation „SERPENTINE – A TOUCH OF HEAVEN (AND HELL)“ neben den fachlichen und technischen Schnittstellen, die sich zwischen der Großglockner Hochalpenstraßen AG und meinem Referatsbereich laufend ergeben, nunmehr auch im Bereich Kultur ein gemeinsames Projekt geschaffen wurde. Besonders stolz macht es mich, dass sich auch das Land Salzburg daran beteiligt hat. Damit können wir die langjährige und intensive Kooperation auf eine neue Ebene führen. Den Initiatoren und allen Beteiligten wünsche ich viel Erfolg mit dem Projekt.“, Landesrat Martin Gruber (Land Kärnten)

Johannes Hörl, Vorstand der Großglockner Hochalpenstraßen AG (GROHAG): „Wir sind froh, dass wir dieses mit Abstand größte und stärkste Kunst-Projekt und -Statement in der 85 jährigen Geschichte der berühmten Großglockner Hochalpenstraße umsetzen konnten. Für die Kunst muss Platz sein, gerade jetzt und insbesondere in so einem schönen und öffentlichen Naturraum wie hier im Herzen des größten Nationalparks Zentraleuropas, den Hohen Tauern! Wir haben uns nicht eingemischt in die Kunst, sie ist ein hohes Gut, sie muss – natürlich im Rahmen der Gesetze - frei und kritisch bleiben. Die Großglockner Hochalpenstraße ist mit diesem außerordentlichen Kunstprojekt wieder einmal um eine Facette reicher geworden.“

Weitere Informationen zur Projektgeschichte, zum Hintergrund, zu den Kunstwerken und zu den Künstlerinnen und Künstlern unter [www.serpentine.at] (http://www.serpentine.at).

Bildmaterial finden Sie in unserer Mediathek unter folgendem Link: [https://mediathek.grossglocknernews.at/index.php?/category/122] (https://mediathek.grossglocknernews.at/index.php?/category/122)

Der Film zur Eröffnung steht ab 16:00 Uhr in der Mediathek zur Verfügung.

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[1] Um allfälligen Gerüchten vorzubeugen wird hiermit festgehalten, dass der GROHAG-Vorstand Johannes Hörl mit dem Künstler Thomas Hörl weder verwandt noch verschwägert ist!



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