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Erlebniswelt Kaiser-Franz-Josefs-Höhe

Schneeräumung am Großglockner

Artikel vom 10. April 2014

Einmal im Leben mit einem der berühmten „Wallacks“ auf den Großglockner fahren: Peter Embacher erfüllt sich diesen Traum jedes Jahr von April bis Mai fast täglich. Bei der Schneeräumung am Großglockner ist er vorne dabei – kein Wunder, dass er gerne von seiner Arbeit erzählt.


Wie war der Winter am Großglockner – Salzburg hatte wenig Schnee, Kärnten viel. Wie sah es dazwischen aus?
Wir haben vor allem an der Südseite starke Niederschläge abbekommen. In Richtung Kärnten gab es ja bedeutend mehr Schnee, das spüren wir natürlich auch auf der Glocknerstraße. Wo wir sonst meist Schneehöhen von bis zu 5 m vorfinden, waren es heuer auf Abschnitten von rund 200 m immer wieder mal bis zu 10 m Schnee.
Schneelandschaft am Glockner
Sonnenaufgang über den Bergen - Großglockner Hochalpenstraße
Sind Sie auch im Winter vor der Schneeräumung öfter mal auf der Hochalpenstraße unterwegs – gibt es Routen für Neugierige, um sich das auch mal im Winter anzusehen?
Heuer war ich einmal im März oben, um mal die Lage zu sondieren. Da habe ich auch oben übernachtet – was ich sehr gerne tue! Für Besucher empfiehlt sich eine Skitour von Süden her. Besonders schön ist beispielsweise die Route auf das Schareck über eine der Glocknerhütten, zB das Wallackhaus.

Von der Nordseite her gibt es keine empfehlenswerten Wintertouren im Bereich der Hochalpenstraße. Da die Straße ab Fusch gesperrt ist, gestaltet sich hier schon der Zustieg sehr langwierig. Außerdem gibt es gerade an der Nordseite oft keinen ordentlichen Schnee, da hier viel Wind bläst und die Verwehungen sehr stark sind!


Zu Ihren Geräten: Die Wallack-Schneefräsen sind eine technische Legende. Wie ist es, damit zu arbeiten?
Die Rotationspflüge System Wallack sind Legenden, ja das stimmt! (lacht). Es ist schon etwas ganz besonderes, damit zu arbeiten. Jede Maschine verfügt über drei original erhaltene Motoren. Das heißt, als Fahrer muss ich drei 60 Jahre alte Getriebe im Auge behalten, deren Temperatur beobachten und so weiter. Dazu kommt noch der immense Lärm, den die Wallackfräsen machen – in der Kabine kann es schon ordentlich laut werden.

Man muss insgesamt einfach sehr auf die Geschwindigkeit achten, vorausschauend und mit ganz viel Gefühl fahren. Der Fahrer muss während der gesamten Zeit absolut aufmerksam sein!
Schneeräumung mit einem Rotationspflug am Großglockner
Schneeräumung mit Rotationspflug
Werden an der technischen Ausstattung Verbesserungen vorgenommen oder fahren die Geräte noch so wie damals?
Der erste Rotationspflug System Wallack wurde 1953 gebaut. Seither hat sich an der Technik der Motoren und der Getriebe selbst nichts geändert. Wir investieren sehr viel in die Wartung und Erhaltung. Die Maschinen danken es uns damit, dass sie nach wie vor reibungslos funktionieren.

Änderungen gab es nur ganz wenige im Bereich der Spurbreite oder ähnliches, aber an und für sich ist da alles gleich geblieben.


Ist die Arbeit jedes Jahr gleich oder stellt der Berg immer wieder neue Herausforderungen an Ihr Team?
Flexibilität und Selbstständigkeit sind das ganze Jahr über besonders wichtig. Ob bei der Schneeräumung oder im Einsatz während der Saison: Täglich warten neue Herausforderungen auf uns. Auf der einen Seite sind es verschiedene Schneehöhen, Gebäude- und Straßenschäden im oder nach dem Winter. Andererseits müssen wir im Sommer den Verkehr regeln, wenn zum Beispiel eine Veranstaltung stattfindet oder etwas entlang der Strecke passiert ist – was Gott sei Dank eher selten vorkommt.

Wir gehen morgens auf die Strecke und müssen mit den Gegebenheiten vor Ort arbeiten. Oft wirft das dann auch mal die Arbeitspläne für den Vormittag oder auch einen ganzen Tag über den Haufen. Dafür haben wir aber auch einen der schönsten Arbeitsplätze, den ich mir überhaupt vorstellen kann: Wir arbeiten da, wo andere Urlaub machen! (lacht)
Wo findet sich Ihr Lieblingsplatz entlang der Strecke?
Da gibt es ganz viele. Besonders schön ist es am Hochmais, von wo man wirklich einen tollen Ausblick hat. Was ich immer wieder beeindruckend und empfehlenswert finde, ist der Sonnenaufgang auf der Edelweiß-Spitze. Wer dazu Gelegenheit hat, sollte sich das nicht entgehen lassen. Von der Edelweiß-Spitze hat man praktisch einen 360°-Rundblick. Wenn da dann die umliegenden 3.000er in der Morgensonne strahlen und man praktisch alleine ist am Berg, ist das schon ein ganz eigenes Erlebnis.

Auch beim Wandern etwas abseits des Glockners, auf den verschiedenen Wander- und Rundwegen gibt es immer wieder ganz tolle Logenplätze. Ein kleines Bankerl hier, ein großer Fels da, auf die man sich hinsetzen und die Aussicht genießen kann!
Artikel vom 10. April 2014
Kategorie: Erlebniswelt